Becoming a Startup (in a nutshell)


Ich habe mir gerade die Frage gestellt - "und was hast die letzten Jahre am Weg zum Startup eigentlich gelernt?"

Nach ein bißchen Gedanken sammeln und Erlebtes strukturieren, hier meine Learnings.

Und Nein, ich wollte nicht die 49igste "goldene StartUp Regel" Liste schreiben....

  • Ohne Kaputzenpulli geht eigentlich nix... Als Gründerteam mit einigen Jährchen (Jahrzehnten) Corporate Leben am Buckel, treten wir nunmal etwas anders auf als es das StartUp Klischee vielleicht vorgibt. Und so kam es auch das ich bei einem Investor-Pitch mein Sakko mit Stecktuch an hatte. Immediate Feedback... "ihr seits scho a bissal alt und normalerweise sitzen hier alle mit Kaputzenpulli". Das hat dann schon a bissal an mir genagt ;-)

  • No PowerPoint, KeyNote, Word - StartUp please... Wie viele andere hatten auch wir die Hoffnung mit einer richtig gut ausgearbeiteten Idee (BusinessPlan, PitchDeck etc.) Geldgeber ansprechen zu können. Ohne unseren "Business-Angel" wäre das auch gar nicht möglich gewesen, da dies der erste Check-Point bei einer Terminanfrage ist. Immerhin durften wir Pitchen, mussten aber recht schnell feststellen das speziell im digitalen Umfeld ein fertiges Produkt fast so etwas wie eine Grundvorraussetzung ist. In unserem Segment zieht sogar eine noch stärkere Regel -> Produkt fertig und ein erster Beweis das ein User-Wachstum aus eigener Kraft gestemmt werden kann. Puuuuhhh, ganz schöne Hürden....

  • Geschäftsmodell vor Produkt.... Eigentlich mein Haupt-Learning. Warum? - Man beginnt mit einer Idee und die dreht sich zu 90(99)% immer um eine Funktion, eine Leistung, ein Problem das man lösen möchte. Dann folgt eine intensive Zeit mit 300% Fokus auf ein Produkt und dann, irgendwann kommt DIE Masterfrage. So auch bei der ersten 2-Minutes, 2-Million Staffel und einem Startup aus dem Wünschen/Schenken Umfeld. Einer der potenziellen Investoren fragt - "und wie verdient ihr Geld?"... Pause, grübeln und dann die Antwort... aah, eh klar, - mit Werbung. In diesem Moment gehen die Investoren-Lichter aus. Die hatten NO-IDEA wie sie als Unternehmen funktionieren wollen. Und ganz ehrlich!... Nachdem ich fast ein halbes Jahr lang in die Welt eines Freemium Geschäftsmodells mit Cashflow, Conversion rate, Retention, LifetimeValue & Co eingetaucht bin, kann ich das nachvollziehen und schmerzt eine Antwort wie "...mit Werbung" auch richtig. Eine Idee ist der Grundstein und die Entwicklung eines Produktes ist ein Handwerk. Es benötigt aber JEDE Idee auch ein Geschäftsmodell und das Handwerk ein solches zu entwickeln sollte von Anfang an gepflegt werden.

  • uuuur viel gratis Consulting im Bereich „warum es ned funktionieren wird“.... am Weg zum StartUp braucht man sich speziell in Österreich und im Bekannten- oder Familienkreis keine Sorgen um Consulting-Kosten zu machen. Gratis Consulting ist in Hülle und Fülle vorhanden. Manchmal etwas einseitig aber wenn man mal die Verteidigungshaltung ablegt, dann wird daraus tatsächlich ein "Consulting" und man kann vieles lernen. Mein learning... zuhöhren, Kritik als Input nehmen, Trends erkennen, den Kern dahinter heraus destillieren, als Task mal parken und versuchen mit anderen Erkenntnissen zu clustern um daraus Verbesserungen abzuleiten. Ganz wichtig!... nur ned den Mut verlieren und bei EINER Linie bleiben

  • Zukaufen und nur managen ist der Tot.... ein schmerzhaftes Learning. Aus der Corporate Welt kommend, waren wir es gewohnt (und haben es gepredigt) Leistungen wie programmieren oder Grafiken entwickeln extern zu zu kaufen. Im Projektmanagement quasi liegt der Schlüssel zum Erfolg. Das war unsere V1 Phase und hat nur Geld gekostet. Warum?... weil Auftragsarbeiten geliefert wurden und die Auftragnehmer unser Produkt eigentlich ned interessiert hat. In der Anfangphase einer Idee kann man aber nicht alles definieren, beschreiben, spezifizieren. Da muss das Gründerteam selbst daran arbeiten, Dinge verwerfen und neu machen, probieren, weiter entwickeln und ganz wichtig.... die berühmte Extra-Meile gehen

  • Finaly.... aus der Komfortzone eines gesetzten Jobs heraus eine Selbständigkeit hochziehen funktioniert in 9 von 10 Fällen nicht. Solange Monat für Monat das Gehalt aufs Konto überwiesen wird und absolut "0" Druck da ist, wird gemeinsam ein Hobby betrieben und KEIN Unternehmen hochgezogen. Weil's im Prinzip wurscht ist. Ja, man träumt von Mark Zuckerberg, vom riesigen Haus oder coolen Auto, vom Ausbruch aus dem Corporate Alltag, aber man arbeitet nicht wirklich daran. Ein StartUp hochziehen bedeutet aus meiner Sicht es 7x24 zu leben, zu denken, zu fühlen.

Ich würds jederzeit wieder tun!


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